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Wellness, SchweiĂź und „heiĂźe“ SprĂĽche          Bilder hier klicken

FĂĽnf Veranstaltungen, alle ausverkauft und die Generalprobe „ver Umme“  fĂĽr die Mitglieder der SG Mussbach, so lautet die nĂĽchterne Bilanz der Mundarthleten in diesem Jahr. Die BĂĽhne der SGM-Halle hatte man zum Aqua-Bad und Sauna Tempel „Aqua Fit“ umgebaut. Theresa, Ursel und Lisbeth gespielt von Anja Bassler, Bianca Poth und Margarete FrĂĽhbis verbrachten ihre Zeit anfangs damit, sich gnadenlos, derb und gemein ĂĽber Geschehnisse und Einwohner der Gemeinde abzulästern, wobei sie sich gegenseitig auch gewaltig einschenkten. So mischt man der angeblichen Freundin entweder Zitronensäure in die Gesichtsmaske oder man sticht Löcher in die Schwimmärmchen, damit diese später im Wasser absäuft. Wenn das nicht reicht kann man seiner „guten“ Freundin auch mal ein bisschen Kleingeld in der Sonnenbank nachschmeiĂźen, wenn man weiĂź, dass die neuen Röhren so stark „grillen“. Die Saunameisterin Rita, gespielt in ihrer robusten Art von Annette Hörth ist nicht nur von den drei Giftspritzen erheblich genervt, sondern auch von ihrem neuen Kollegen Hardy, der mit seinen Muskeln und Komplimenten ihr die weiblichen Massagekunden abspenstig macht. Matthias Naumer spielte die Rolle in einem gekonnten Schweizer Dialekt. Nicht nur von seinen Schweizer Kräuterbonbon’s scheinen den drei Damen sehr angetan zu sein. In der Massagekabine verschwunden, den Vorhang zum Publikum geschlossen, sah man jetzt nur noch die Schatten äuĂźerst zweideutigen Massagepraktiken. Spätestens in diesen Szenen war der letzte Theaterfreund in der Halle den Tränen nah vor Lachen. Doktor Möbius gespielt von Peter Schneider, der sein BĂĽhnendebĂĽt gab, begrĂĽĂźte seinen Freund Gerhard (Manfred Naumer) mit der Neuigkeit das seine Frau sich bei ihm Viagra besorgen wollte. „Warum doann Viagra, ah des hilft doch bei Fraue gar net“, war seine Antwort. Ob das Viagra fĂĽr seinen Hund oder gar den Postboten war, wird in den StĂĽck nicht verraten. Jedenfalls klagt er sein Leid seinen Freunden Wolfgang (Frank Schädler) und Kasimir (Michael Uhl) die nacheinander die BĂĽhne betreten. Rita, die den Verdacht hatte, dass Hardy gar kein richtiger Masseur ist, berichtet den Männer’n von dem schamlosen Treiben, dass ihrer Ehefrauen inszenieren, bloĂź um einmal mit Hardy in der Massagekabine verschwinden zu können. FĂĽr die Herren ist sofort klar, dass sie hier einschreiten mĂĽssen. Sie wollen dem Sauna-Gigolo eine Falle stellen. Sie schicken ihre Frauen zum Shoppen nach London und erscheinen als Frauen verkleidet zur Damensauna um den Massageschönling eine Abreibung zu verpassen. Zuvor aber betritt Roger FrĂĽhbis, als Kosmetiker Jerome die BĂĽhne. Mit zwei Handköfferchen bewaffnet stößt er mit Rita zusammen: „Ah, jetzt hänn’se mer jo die ganz Rougepalett durchenanner gebrocht ! Das Publikum tobt. FrĂĽhbis spielt seine Rolle in solcher, perfekten „warmen“ Art, das selbst seine Gesten das Publikum zu Lachsalven zwingt. Als im dritten Akt, dann die drei Männer als Frauen verkleidet die BĂĽhne betreten, war die Stimmung in der Halle gleich wieder auf dem Siedepunkt. Ganz unauffällig, wie die Dolly Buster im Altersheim, verteilte man sich jetzt im Aqua-Fit um dem Masseur aufzulauern. Die drei Frauen rochen den Braten. Denn Männer die ihre Frauen zum Schopping nach London schicken, haben bestimmt ein Geheimnis, so blieb man zu Hause und verweilte zur gleichen Zeit im Aqua-Fit. Da gleichzeitig auch noch Jerome anstatt Hardy das Freizeitbad besuchte, kam es wie es kommen musste. Verwechslungen, Sonnenbrand, dramatische Bade- und Saunaunfälle und die als Frauen verkleideten Männer verprĂĽgelten auch noch einen Unschuldigen. Als sich zum guten Schluss noch herausstellte, das Hardy eigentlich gar nicht Hardy, sondern Berny aus Bern ist und er mit Jerome schon vor drei Jahren zusammen als Liebespaar ein Nagelstudio hatten, war man am Höhepunkt angekommen.
Bemerkenswert bei den Mundarthleten, dass die Regiearbeit in Eigenleistung erbracht wird. Jeder schreibt sich seinen Text so um, dass die eigene Rolle glaubwĂĽrdig gespielt werden kann. Grund genug sich ab Anfang Dezember wieder um die begehrten Eintrittskarten zu kĂĽmmern, so ist man sich in der Halle einig.